Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Teresa Busjahn: Lesekompetenz von Programmierern (Magisterarbeit)

  • Was Kolloquium „Medien, die wir meinen“
  • Wann 19.05.2010 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Perzeption von Software-Quelltext als einem elementaren Prozess im Kontext von Medienkompetenz

Gemäß dem in Berlin postulierten vierten Gebot der Medienwissenschaft, „Du sollst nicht nicht Programmieren können“, setzt Medienkompetenz ein Verständnis der Computer-immanenten Prozesse voraus. Software lässt sich auf verschiedenen Ebenen betrachten: Algorithmen beschreiben einen inhaltlichen Programmablauf, formalisiert z.B. als UML Diagramme, Programmiersprachen mit ihrer jeweils spezifischen Semantik und Syntax setzen Algorithmen um und bilden eine entscheidende Schnittstelle zwischen dem Medium Computer und einer spezifischen Nutzergruppe, den Programmierern. Unser gegenwärtiges Verständnis zur Perzeption von Quelltexten ist überraschend limitiert, trotz der ständig zunehmenden Quantität und Komplexität von Software sowie unserer Abhängigkeit von deren Qualität. Der Prozess des Lesens ist für „normalen“ Text, also z.B. belletristische oder wissenschaftliche Werke, vielfach untersucht worden. Die hieraus abgeleiteten Lesemodelle lassen sich jedoch nicht ungeprüft auf das Lesen von Quelltext übertragen. Hier setzt die Arbeit an und fokussiert dabei auf einen essentiellen Teil des Lesens: die Augenbewegungen. Methodisch wird diese Arbeit als eine empirische Untersuchung unter Verwendung des Eye-Trackings angelegt. Dieses nun auch in der Medienwissenschaft verortete Messverfahren wird bei einer Stichprobe aus Programmierern angewendet, dabei erfolgt eine Stratifizierung in Novizen und Experten.