Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Steffen Becker: Der Mediendiskurs um (Self-)Tracking am Beispiel der deutschen Covid-19 Contact Tracing-App

  • Wann 08.07.2020 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Online via Zoom
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal
Um die Covid-19 Pandemie zu bekämpfen, stellte die Bundesregierung am 16. Juni 2020 die „Corona-Warn-App“ vor. Durch den Austausch anonymisierter Daten per Bluetooth zwischen Smartphones soll die App dabei helfen, Nutzer_innen nach einem Kontakt mit einer infizierten Person zu informieren und so Infektionsketten zu unterbrechen. Über 14 Millionen Mal wurde die App bereits heruntergeladen. Was sich nunmehr zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln zu scheint, wurde in den ersten Monaten der Pandemie allerdings heftig diskutiert. Die aktuelle Debatte ist dabei einzuordnen in den größeren Diskurs um Selftracking-Applikationen, deren Einsatz im Gesundheitswesen, im Sport oder auch zu Überwachungszwecken seit einigen Jahren vermehrt eine Rolle spielt. Aus medientheoretischer Sicht handelt es sich bei der permanenten Erhebung, Speicherung und Auswertung von Daten über Körperfunktionen und -merkmale durch diese Applikationen um eine neue Qualität des Zusammenwirkens zwischen Mensch und Medium, das im kybernetischen Kontrollverhältnis direkten Einfluss auf das tägliche Leben der Nutzer_innen nimmt, die Smartphones und Wearables gewissermaßen als Erweiterung des eigenen Körpers stets bei sich tragen. Sich daraus ergebende Fragen zur Nutzung der gesammelten Daten, zu Selbstbestimmung und Selbstoptimierung, Überwachung und Privatheit werden vor dem Hintergrund der Pandemie am Beispiel der Covid-19 Contact Tracing-App mit neuer Dringlichkeit medial diskutiert.
 
 
 
 
Da noch immer kein Zutritt zum Medientheater gestattet ist, würden wir uns über eine Teilnahme via Zoom freuen. Bitte wählen Sie sich dafür ab 17:50Uhr ein. (Link auf Nachfrage unter david.friedrich@hu-berlin.de)