Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Dr. Stefan Höltgen: "'It's more fun to compute!' - Theoretische und operative Begriffsbestimmung von 'Computerarchäologie'"

  • Wann 09.07.2014 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
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Die von Michel Foucault inaugurierte "Archäologie" ist sowohl Theorie als auch Methode, weshalb ihre Adaption durch die Medienwissenschaft neben theoretischer Begründung immer schon auch einen operativen Charakter besitzt. Gleiches gilt für eine weitere Engführung des Konzeptes auf den/die Computer, Computergeschichte und Computeranwendung. Der Vortrag stellt eine zunächst theoretische Einführung des Begriffs voran und widmet sich dann seiner operativen Seite.

 

Dazu beruft sich der Referent auf diverse Grabungspraxen zu einem konkreten Objekt: dem Computerspiel "E. T. - The Extraterrestrial" (1982), das in den vergangenen beiden Jahren zum Objekt mehrfacher archäologischer Zugriffe wurde. Als anekdotischer Stichwortgeber gilt das Spiel als der maßgebliche "Sargnagel" der ersten Computerspiel-Welle, die von Mitte der 1970er- bis Anfang der 1980er-Jahre andauerte und in einer ökonomischen Katastrophe endete. Im Zuge dessen wurden Spielhard- und -software wortwörtlich "zu Grabe getragen" und harrten bis vor kurzem (2014) ihrer archäologischen Wiederentdeckung.

 

Im Gegensatz dazu ist der nicht-materielle Code von "E. T. - The Extraterrestrial" stets präsent gewesen und wurde "operativ am Leben erhalten". Einer historischen Koinzidenz zufolge begannen jedoch etwa zeitgleich (2013) auch Grabungen durch seine Schichten - jedoch mit einem anderen Impetus und Ziel: Der Wille zum Wissen und der Wille zum Spiel "auf einer zweiten Ebene" waren hier der Motor. Hacking, Debugging und "Redaktion" von altem Code sollen an Beispielen aus dem "E.T."-Code als solche spielerisch-epistemologische Praxen vorgestellt werden und in den operativen Teil der Definition von "Computarchäologie" münden.