Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Sascha Knerr: Suchmaschinen & Religiöse Rituale ... (Magisterarbeit) // Yana Boeva: Augmenting Human Intellect ... (Masterarbeit)

  • Was Kolloquium “MEDIA SOUP”
  • Wann 22.06.2011 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Sophienstr. 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Sascha Knerr: Die Entwicklung von Suchmaschinen vom Mittelalter bis zur Gegenwart"

Die Magisterarbeit soll sich mit den Suchmaschinen des Mittelalters bis zur Gegenwart auseinandersetzen.
Bereits in allen früheren Epochen, war es essentiell zu wissen, wo man suchen musste, um die gewünschten Informationen zu finden. Während im Mittelalter noch Bibliothekare Dokumente in den klösterlichen Archiven verwalteten, können gegenwärtig Informationen dank des Internet unabhängig weltweit zu jeder Uhrzeit abgerufen werden. Unabhängig davon aus welcher Epoche eine Suchmaschine stammt, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig, um eine Suchmaschine als solche zu definieren.Als erstes erkläre ich den Begriff Suchmaschine. Im nächsten Abschnitt erfolgt eine medienhistorische Darstellung von Suchmaschinen. Dabei werde ich die Suchmaschinen der Klöster, des Militärs und der Unterhaltungsindustrie untersuchen. Im nächsten Kapitel möchte ich Geschichte, Bedeutung und Funktionen von Internetsuchmaschinen darstellen. Dabei stehen unterschiedlichen Algorithmen und Herangehensweisen der Online-Suchdienste im Mittelpunkt des Interesses. Die Struktur der erfolgreichsten Suchmaschine Google soll hierbei hinterfragt werden. Zukünftige Anforderungen an Suchmaschinen gehen weit über den bisherigen Rahmen des “bloßen“ Suchens von Informationen im World Wide Web hinaus. Bevorstehende Projekte der Suchmaschinen-Unternehmen sollen Gegenstand der Untersuchung werden.



Sascha Knerr: Religiöse Rituale im Zeitalter des Internet

1. Einleitung. Im Mittelpunkt des Interesses dieser Magisterarbeit stehen religiöse Rituale im Zeitalter des Internet. Kirchliche Bräuche, wie Gottesdienste und Beerdigungen, finden in der Interaktiven Epoche neue Darstellungsformen und Rituale. Bedingt durch die Möglichkeiten des Hypertextes werden tradierte Kulte in der Begräbnis und Gottesdienstkultur aufgeweicht und neu erfunden. Bisherige Grenzziehungen zwischen Bild, Sprache und Schrift geraten in Bewegung. Raum, Zeit und Identität werden in den interaktiven Datennetzwerken neu definiert. Daraus resultiert eine räumliche und zeitliche Veränderung in der Wahrnehmung und Ausrichtung von religiösen Riten.

2. Hypertext. Durch Eigenschaften wie Veränderbarkeit und Interaktivität unterscheidet sich der elektronische Hypertext vom gedruckten Buch. Der digitale Autor und Leser kann aktiv in den Prozess des Gestaltens und Lesens der Onlinelektüre eingreifen. Unterschiedliche Pfade und Verweisungen des Hypertextes werden vom Lesenden zu neuen Gedankenbildern geformt. Durch die Interaktionsmöglichkeiten des hypertextuellen Datengeflechtes wird das traditionelle Rezitieren eines Textes zersetzt und somit neu gebildet. Der elektronische Text gestattet mit seiner Interaktivität auf unterschiedliche Weise, nicht nur beim Lesen und Schreiben, unsere Kultur hervorzuheben oder abzuschwächen.

3. Friedhöfe. Als Beispiel einer Modifizierung durch hypertextuelle Strukturen bedingt, führe ich Begräbnisrituale im Internet an. Vor der Erfindung des WWW eine Domäne der Kirche, wird dieser Kult im Internet privatisiert und kommerzialisiert. Bedingt durch die Möglichkeiten von HTML und dem Hypertext findet gegenwärtig ein Wandel in der Begräbniskultur statt. Neben dem „analogen“ Grab auf einem Friedhof wird im Internet eine Vielzahl von privaten „digitalen Gedenkseiten“ online gestellt:
Die Maus ersetzt die Schaufel, eine HTML Grafik erstellt den Sarg, der Trauernde wird zum digitalen Bestatter und Friedhofsgärtner gleichermaßen. Bilder der Verblichenen werden mit virtuellen Rosen geschmückt und digitale Engel umranken die Gedenkseite. Neben den persönlichen Trauerseiten im Netz, rankt sich eine Vielzahl von kommerziellen Anbietern von virtuellen Friedhöfen im Internet. Für wenig bis viel Geld bieten Online Bestatter virtuelle Gräber auf großen digitalen Ruhestätten an.

4. Gottesdienste. Auch Gottesdienste sind von den hypertextuellen Möglichkeiten betroffen. Immer mehr Kirchen stellen ihre Texte der zuvor gelesenen Messen als linearen Hypertext in das Internet. Derrick de Kerkhove hat in dem Werk „Schriftgeburten“ noch moniert, das die katholische Kirche sich mehr neuen elektronischen Technologien öffnen sollte. Das passiert viele Jahre später auch, dennoch sehr schleppend. Sei es die Bestattungskultur oder der Gottesdienst. Die evangelische, als auch die katholische Kirche, der größte Kulturträger neben dem Staat, gehen trotz hoher Gewinnaussichten mit den digitalen Gräbern noch sehr zögerlich mit ihrem Engagement bezüglich virtuellen Friedhöfen und Gottesdiensten im Internet um.



Yana Boeva: “Augmenting Human Intellect”: Evolution of the Internet and New Media as logical “extensions of man” (from a media-scientific and futurologic perspective)

This master thesis attempts to explain how concepts of cognitive augmentation and intelligence amplification, like “Augmenting Human Intellect” by Douglas Engelbart, Licklider, Ashby, and other cybernetical theories can be associated to diverse extension theses from McLuhan, over Aristotle, Marx, Bergson, to Ihde. This interconnection, then, yields to the hypothesis that technologies, and for my part of interest – the Internet and New Media, are a logical outcome of this association. Further, I claim that future (to a certain extent already contemporary) forms of the Web, like the Semantic Web (Web of Linked Data), ubiquitous computing, and other technological inventions, notably incorporate this idea.

The first part of the talk deals with the terms of augmentation and extension. Followed by the connection of these and the relation to the Internet and the Web, as well as a remark on future developments, the talk ends up with a discussion on the aim of this research and the applied methodology.