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Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Philipp von Hilgers: Die Diskursanalysemaschine vor- und angestellt

Was
  • Kolloquium „Medien, die wir meinen“
Wann 09.06.2004 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
Die Medienwissenschaft kann an einer Grundvoraussetzung rütteln, die von anderen Wissenschaften nicht in Frage gestellt wird: Das Kommunikationsmedium aller Wissenschaften ist in letzter Instanz der Text. Teilchenphysiker etwa kommunizieren ja nur sehr bedingt in Form von Teilchen, auf jedem Fall und in letzter Instanz jedoch über Texte. Texte haben hinter den Dingen, die sie verhandeln, allerdings zurückzutreten. Die Medienwissenschaft macht einen solchen Vorgang aber selbst zum Gegenstand ihrer Reflexionen. Das Mediale des Textes kann ihr nicht nur eine Frage der bloßen Konvention sein, sondern stellt sich ihr grundlegender: Wenn man die Medienwissenschaft ernst nimmt, dann hat sie bestimmte Medien nicht nur einfach zum Gegenstand, sondern ist eine Wissenschaft durch Medien. Die Medienwissenschaft vermag, Texte in ihrer Medialität nicht nur der wissenschaftlichen Betrachtung auszusetzen, sondern sie kann das Primat des Textes als Kommunikationsmedium der Wissens gleich mit auf den Prüfstand stellen. Andere Medien können aufgerufen sein, als Wissensvermittler der Medienwissenschaften zu operieren. Die Diskursanalysemaschine tritt in genau diesem Sinne an: Sie registriert Prozesse, die sich der Wahrnehmung beim Lesen eines Textes zwangsläufig entziehen. Umgekehrt zielt die Diskursanalysemaschine auf jene Konstituenten eines Textes, die die Aufmerksamkeit eines Lesers lenken, bevor er selbst auch nur daran denken könnte. Im Kolloquium werden sowohl die Technik, aus denen die Diskursanalysemaschine besteht, eingehend besprochen – das ist der Computer und das Video –, als auch zentrale technologische Begriffe wie die Echtzeit. Anhand der Diskursanalysemaschine wird vorgeführt, was es heißen könnte, sich der Erkenntnis der Echtzeit in Echtzeit auszusetzen. Kurzum: Im Kolloquium soll etwas eingelöst werden, woran Texte, auch dieser, nur scheitern können.