Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Peter Schuster: Das Werkezug als Institution (Master-Arbeit)

  • Wann 19.07.2017 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
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Populäre Wahrsager wie Ray Kurzweil prophezeien heute ein Morgen, in dem die Maschinen sich vollends von uns loslösen, sich nicht mehr für uns interessieren werden. In Gegenwart solcher posthumanistischen Vorhersagen erscheinen jene Artefakte, die ich in meiner Masterarbeit vornehmlich meine, wie Relikte einer vergangenen Zeit: Werkzeuge, wie etwa der Hammer, die Schreibfeder, das Linsenteleskop. Während zukünftige Maschinen als vollständig autonom und jenseits menschlicher Einsicht gedacht werden, gelten Werkzeuge als bloße Mittel für unsere Zwecke, in einer Verwendungsweise gar als „Marionette[n]“, als „willenslose Geschöpf[e]“ (Duden). Weil zu einer derartigen Perspektive auf von uns hervorgebrachtes „Zeug“ (Heidegger) ein entsprechender Blick auf seine Erschaffer gehört, werden hinsichtlich des Werkzeug-Mensch-Verhältnisses die medienanthropologischen Entwürfe Ernst Kapps, Arnold Gehlens sowie Marshall McLuhans Thema sein. Sie werden vor allem auf ihre Anschlussfähigkeit an den ersten Teil der Fragestellung meiner Arbeit hin geprüft, inwiefern Werkzeuge institutionelles Potenzial bergen. Hierfür ist dem vorwiegend aus der Soziologie stammenden Institutionsbegriff nachzuspüren und ihn für die Betrachtung fruchtbar zu machen. Weiterhin werde ich der Frage nachgehen, wie Werkzeuge ihre institutionelle Wirkmacht geltend machen. Meines Erachtens eignet sich hierfür das Konzept der Adaption, für das sich der Entwicklungspsychologe Jean Piaget verantwortlich zeichnet. Abschließend werden Ideen für eine Erweiterung der Fragestellung bzw. für einen Ausblick vorgestellt."