Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Maxi Bethge: "Der Tod des Todes - Die Wiederauferstehung des Menschen im medienspezifischen Diskurs" (Master-Arbeit)

  • Wann 29.01.2014 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
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Seit es das Internet und soziale Medien gibt, erlebt die Menschheit einen Wandel im Umgang mit dem Tod und der Trauerkultur. Virtuelle Gedenkstätten und sogenannte Memorialseiten befreien die Toten aus ihren Gräbern und ermöglichen ihnen die Rückkehr in die Öffentlichkeit. Mithilfe von modernsten Kommunikationstools sind die Toten nur temporär abwesend und können unendlich technisch aufgerufen werden.

Der Tote braucht keinen Körper mehr, um als lebendig wahrgenommen zu werden und somit präsent zu bleiben. Medientechniken nehmen mit der schrittweisen Konservierung die Aufhebung des Todes vor, lassen sie in das Reich der Lebenden zurückkehren, wo sie unsterblich bleiben sollen.

Doch kann man diese Prozesse in der digitalen Welt überhaupt als Wiederauferstehung bezeichnen? Und wenn ja, wie stehen die analogen Medien dem gegenüber? Wie haben Photographie, Grammophon, Telefon oder Film zum Tod des Todes beigetragen? Inwiefern können Medien uns unsterblich machen?

Mit dem Aufkommen von neuen Medien werden auch automatisch neue Phantasmen geboren. So auch in dem Umgang mit dem Tod. Im Kolloquium soll der derzeitige Stand meiner Masterarbeit abgebildet werden. Dabei werden die Möglichkeiten einer Wiederauferstehung einzelner Medien anhand von Beispielen zu den medientechnischen Entwicklungen im analogen Bereich dargestellt. Dies betrifft Roland Barthes und seine Suche nach dem Wesen der Photographie,  Edisons Phonograph und die Ideen von Helmholtz, Walther Rathenau und seine Ressurection Company zum Thema Telefon, sowie Kittler und Matuszewski in der Auseinandersetzung mit dem Medium Film.

Interessant wird es, wenn auf Grund der allgemeinen Digitalisierung allmögliche Prozesse des Lebens in Bits und Bytes als Datenströme zusammengeführt werden. Aus der Mechanisierung wird eine Automatisierung. Finden hier noch Wiederauferstehungsprozesse statt? Diesem Punkt soll im Kolloquium dann gern in Form einer Diskussion mehr Raum gegeben werden.