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Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Maria Kuban: Das Menschenbild der diskreten Maschine (Masterarbeit)

Wann 26.06.2019 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Medientheater (EG, Raum 0.01)

Ausnahmsweise steht Medienwissenschaft im Dienste des Menschen, den Fragen über ihn, der Anthropologie. Und das doch in vertrauter Weise: In der vorliegenden Arbeit soll das Menschenbild der diskreten Maschine von ebendieser aus erörtert werden.

Die Erfindung der Turing-Maschine und die Entwicklung von Digitalcomputern haben in der Mitte des letzten Jahrhunderts (Er)neuerungen bedingt und gefordert. Der Blick auf menschliche Intelligenz hat sich so geändert. Das Menschenbild findet sich unumkehrbar gewandelt. Einmal im Sinne Freuds gekränkt, muss sich der Mensch dem stellen, was die diskrete Maschine festzulegen vermag: Menschliche Intelligenz ist 1.) von ihr imitierbar, gar ersetzbar (beide vermögen Entscheidungen und Voraussagen zu treffen) und 2.) von der Maschine zu bestimmen. Dieses Bestimmtwerden wiederum ist zweifach auslegbar: eben im Sinne von gemessen werden (etw. bestimmen) und auf der Ebene der Macht (über etw. bestimmen). So wird der Mensch zum Subjectum des Computers, das Menschenbild abhängig von dem, was die Maschine kann. Im Sinne Foucaults hat die Ordnung der diskreten Maschine den Mensch als Unterworfenen hervorgebracht. Der Computer kann so wiederum als Diener des Menschen verstanden werden. Nicht in dem Sinne, dass er alltägliche oder spezielle Aufgaben übernimmt oder erleichtert, sondern dass er ihm Aufschluss über sich selbst gibt.

Zentrales Anliegen ist es nun, Friedrich Kittlers hoch kanonischen Satz “Medien bestimmen unsere Lage” zuzuspitzen auf “Medien bestimmen uns." und somit "Medien bestimmen das Menschenbild".