Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Katharina Ehrles: Zeichen der Zeit: Störungen in und durch digitale Medienprozesse – eine phänomenologische Analyse verzögerter Gegenwart (Masterarbeit)

Katharina Ehrles: Zeichen der Zeit: Störungen in und durch digitale Medienprozesse – eine phänomenologische Analyse verzögerter Gegenwart (Masterarbeit)

  • Wann 24.02.2021 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Online via Zoom
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Zu keinem anderen Zeitpunkt haben äußere Faktoren die globale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts so beträchtlich in Abhängigkeit von digitalen Medien gestürzt wie die COVID-19-Pandemie im Jahr 2020. Arbeit, Freizeit und Sozialleben finden in überwiegendem Maße in den zweidimensionalen Welten technisch erzeugter Wirklichkeiten auf mobilen Endgeräten statt. Die Auswirkungen von exzessiver digitaler Mediennutzung geben allerdings nicht erst seit diesen jüngsten Entwicklungen Anlass zu Bedenken. In den vergangenen Jahren sind Stimmen und Kritiken bezüglich steigender Irritationen im Zusammenhang mit der aktuellen technologischen Entwicklung auf Seiten der Nutzer merklich lauter und konkreter geworden: Die Rede ist von Störgefühlen, Jetlags, entglittener Gegenwart, einer gestörte Raum-Zeit-Wahrnehmung etc. 
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Analyse dieser medieninduzierten Irritationen – angefangen mit dem Medienbegriff selbst, dessen Definition sich durch den Computer als hybrider Medienverbund vor bis heute andauernde Herausforderungen gestellt sieht. Zentral hierbei ist die Frage nach Medialität als paradoxe Gleichzeitigkeit von Anwesenheit durch Abwesenheit, die schon Martin Heidegger beschäftigte und zu dem Phänomen der Störung führt, dem in dieser Arbeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Damit einhergehend wird betrachtet, wie menschliches Zeitbewusstsein durch digitale Medien moduliert wird und welche Widersprüche und Folgen sich durch technisch erzeugte Wirklichkeiten für unser Zeitempfinden ergeben. 
Folgende Forschungsfragen werden adressiert: Ohne Medium, keine Botschaft – und ohne Störung, kein Medium? Was kennzeichnet Störungen in medialen Prozessen und wie verhalten sich diese zu den Störungen, die von Usern erlebt werden?
Zum Abschluss wird ein Fazit zwischen Phänomenologie und Technik gezogen und sich schlussfolgernd mit der Frage befasst, ob es Möglichkeiten gibt, unsere Gegenwart zu „entstören“.

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie, würden wir uns über eine Teilnahme via Zoom freuen. Bitte wählen Sie sich dafür ab 17:50Uhr ein. Den Link erhalten Sie auf Nachfrage von david.friedrich@hu-berlin.de .

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie, würden wir uns über eine Teilnahme via Zoom freuen. Bitte wählen Sie sich dafür ab 17:50Uhr ein. Den Link erhalten Sie auf Nachfrage von david.friedrich@hu-berlin.de .