Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Isabell Schrickel: "Our laboratory is the medium itself": Epistemologische Dimensionen der Wettervorhersage (Magisterarbeit)

  • Was Kolloquium „Medien, die wir meinen“
  • Wann 12.05.2010 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Our laboratory is the medium itself*

Epistemologische Dimensionen der Wettervorhersage

Das Wissen der Meteore (Michel Serres) ist komplex, flüchtig, hintergündig, nur äußerst bedingt kalkulierbar und ihm haftet eine für unsere Geschicke kritische Zeitlichkeit an: Wetter konstituiert sich gerade in den mittleren Breiten in einer mehr oder weniger ausgedehnten Gegenwart. Die Atmosphäre hat kein Gedächtnis, sagen Meteorologen, und so müssen die Medien des Wetters den dynamischen und instabilen Charakter aktualiter übertragbar und verarbeitbar machen, statt ihn klassisch naturgeschichtlich zu speichern.

Die Arbeit versucht einerseits ein umfangreiches und bisher weniger im Fokus wissenschaftshistorischer oder medienwissenschaftlicher Forschung liegendes Material zu erschließen und vorzustellen, und andererseits durch die historische und systematische Rekonstruktion der ersten numerischen Wettervorhersage 1950 auf dem ENIAC einige Elemente einer Epistemologie der Simulation freizulegen, die möglicherweise in den historischen Praktiken der Wettervorhersage resonieren. Zu nennen wäre hier das Ethos wissenschaftlicher Koordinierung und Vernetzung in Forschungsgemeinschaften, die Konzeptualisierung der Welt als Labor, die zeitkritische Dimension des Problems oder die graphische / bildliche Emergenz von Atmomorphemen auf Wetterkarten oder Simulationsbildern.

*J. Smagorinsky