Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Herdis Kley über digitalisierte Wissenschaft: Das Tierstimmenarchiv Berlin im Medienumbruch (Magisterarbeit)

  • Was Kolloquium „Medien, die wir meinen“
  • Wann 21.10.2009 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Das Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde zu Berlin gehört weltweit zu den drei umfangreichsten Tierstimmensammlungen. Mehr als 130 000 Einzelaufnahmen von mehr als 2 500 Tierarten bedeuten ein unschätzbares Potenzial für Lehre und Forschung. Da der Großteil der Sammlung auf Magnetbändern vorliegt, ist die Sicherung der Bestände durch Digitalisierung eine der dringlichsten Aufgaben. Obwohl eine Langzeitsicherung der digitalen Tondateien noch nicht gewährleistet ist, konnte auf deren Basis eine Online-Datenbank und ein Internetportal zur Nutzung bioakustischer Inhalte für Lehrzwecke erstellt werden.

Neue Medien bedeuten somit eine Veränderung der Wissenschaft an sich, sei es, dass ganze Wissenschaftszweige erst entstehen, sei es, dass neue Lehr- und Forschungsmethoden möglich werden. Mit der analogen Tonaufzeichnung wurde zum Beispiel die Bioakustik erst als wissenschaftliche Disziplin etabliert. Der digitale Code wiederum ist einerseits die Basis neuer Forschungszweige, wie bioakustische Mustererkennung und Monitoring. Er erlaubt andererseits aber auch multimediale Lehrmethoden und eine kommerzielle Nutzung der Aufnahmen, welche letztendlich mithilft, die kostspielige Digitalisierung zu finanzieren.

Auf diese Weise löst sich das Tierstimmenarchiv mehr und mehr von seinen alten Strukturen und verwandelt sich von einem analogen Ort der reinen Sammlung in ein digitales Online-Archiv, auf das automatisch und ohne zeitliche Verzögerung unmittelbar zugegriffen werden kann, und bei dem ein paralleler Zugriff durch mehrere Nutzer möglich ist. Dadurch wird ein Austausch und letztendlich eine Erweiterung von Wissen ermöglicht, also ideale Voraussetzungen dafür geschaffen, das große Potenzial des Archivs, für das Prof. Tembrock in den 1950er Jahren den Grundstein legte, effektiv zu nutzen.