Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Dr. Stefan Höltgen: Data – Dating – Datamining. Der Computer als „Beziehungskiste“ und „Zwischending“ in Technik-, Informatik- und Kulturgeschichte

Dr. Stefan Höltgen: Data – Dating – Datamining. Der Computer als „Beziehungskiste“ und „Zwischending“ in Technik-, Informatik- und Kulturgeschichte

  • Was Kolloquium „Medien, die wir meinen“
  • Wann 19.01.2011 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Bereits in den 1930er-Jahren wurden die mathematischen und proto-informatischen Grundsteine für die Arbeit des Computers als "Matchmaking Machine" gelegt. Wissenschaftliche Heiratsinstitute entwarfen Fragebögen, auf denen Aspekte romantischer Zweierbeziehungen operationaliserbar gemacht wurden; mit dem mathematischen "Heiratssatz" entstand ein Algorithmus zur Bildung idealer Paarungen nach Merkmalsclustern. Ende der 1950er-Jahre finden erste Versuche des computergestützten "Matchmaking" statt, zunächst aus eine Partylaune heraus, später dann mit immer ernsteren unternehmerischen Absichten. Die Computer der Firma IBM spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Der Vortrag möchte einige Stationen dieser "Liebesgeschichte des [IBM-]Computers" vorstellen, sowie aus der Kulturgeschichte herleiten, welcher Art Beziehungen sein müssen, für die der Computer als idealer "Kuppler" erscheint. Neben Ereignissen der Informatik- und Sitten-Geschichte soll dabei die Verarbeitung des Phänomens in der Popkultur (Musik, Literatur und FIlm) den zeitgenössischen "Machtmaking"-Versuchen gegenüber gestellt werden um zu zeigen, wie sich Fiktion und Realität der computergestützten Partnersuche gegenseitig kommentieren und beeinflussen.

Links:

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