Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Dejan Markovic: Die Wellen der Entspannung. Mediale Spielräume im Umgang mit Wahrnehmung

  • Was Kolloquium “MEDIA SOUP”
  • Wann 25.05.2011 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
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Dieser Vortrag möchte eine Recherche im Feld der Hirnforschung vorstellen, welche durch die künstlerischen Mittel einer intermedial angelegten räumlichen Installation die direkte Übersetzung von visuellen Wahrnemungsprozessen ermöglicht.

Gegenstand der Untersuchung ist diejenige Grundaktivität des menschlichen Gehirns, die unter der Bezeichnung „Alpha-Welle“ einen Zustand der Entspannung beschreibt und bestmöglich durch eine Kombination von innerer Konzentration und visueller Reizarmut von außen erlangt werden kann. Im Hinblick auf dieses Wechselverhältnis mit visuellen Faktoren sollen die entgegen gesetzten Verfassungen der Anstrengung und Entspannung künstlerisch, im Bewusstsein um deren gesellschaftliche Relevanz, hinterfragt und problematisiert werden.

Der Schwerpunkt liegt im Vortrag weniger auf den neurobiologischen Gehirnprozessen, als vielmehr auf den medialen und performativen Aspekten dieser Arbeit und gibt einen Einblick in die Planung und Entwicklung der Installation und der damit verbundenen Absichten und Fragestellungen. Insbesondere sollen der Anreiz, die BetrachterInnen in eine paradoxale Situation zu versetzen – die Möglichkeit, sich des Zustands einer aktiven Entspannung bewusst zu werden – und die gestalterischen Umsetzungsmittel dieses Programms beleuchtet werden. Inwiefern steht die Auswahl der eingesetzten Medien mit der künstlerischen (Selbst)Reflexion in Zusammenhang, welche Entscheidungen sind wiederum technisch bedingt? Eine besondere Gewichtung erfährt die Entwicklung spezifischer Software als Hilfsmittel zur Interaktion zwischen Installation und BetrachterInnen. Entspannte Wachheit und die Bedingungen deren Erzeugung und Steuerung werden durch Brain-Computer-Interface-Messungen direkt erhebbar; diese ermöglichen es erst, im künstlerisch gesetzten Rahmen kritische, irritierende und provozierende Momente für die TeilnehmerInnen erfahrbar zu machen. Das Zusammenspiel zwischen Medien und Wahrnehmungsprozessen soll aus technischer und künstlerischer Perspektive analysiert und nach Entwicklungsperspektiven befragt werden.