Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

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Daniel Stoecker: Techniken des Verbergens. Eine Medientheoretische Betrachtung von User Interfaces. (Master-Arbeit)

  • Wann 21.06.2017 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
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Techniken des Verbergens. Eine Medientheoretische Betrachtung von User Interfaces

Während einerseits Rechengeschwindigkeit und Speicherkapazität von Computern exponentiell zunehmen und dadurch komplexere digitale Prozesse in immer kürzerer Zeit vollzogen werden können, stehen andererseits immer mehr Menschen in regelmäßiger Interaktion mit Computern ohne die Funktionsweise der zugrundeliegenden Hardware für den alltäglichen Gebrauch verstehen zu müssen. Das technische Medium Computer verschwindet im Vollzug aus der Aufmerksamkeit seines Benutzers, der sich nur noch mit Oberflächeneffekten, oder: User Interfaces, befasst. „Blendwerk werden die Sinne und der Sinn.“ schreibt Kittler in der Einleitung zu Grammophon / Film / Typewriter. An dieser Stelle setzt Medientheorie „als Ort der Reflexion dieses Verborgenen“ (Wolfgang Ernst) ein.

In meiner anstehenden Masterarbeit möchte ich jenes Verbergen des Mediums Computer durch User Interfaces in der Human-Computer-Interaction (HCI) medientheoretisch beschreiben. Dazu sollen neben einer Arbeit am Begriff des (User) Interfaces zwei Paradigmen digitaler User Interfaces beschrieben werden. Das erste bezieht sich auf die Reduktion von Komplexität über vereinfachte Benutzerschnittstellen. Schichten von Softwarehierarchien und ergonomische Eingabegeräte stellen eine Distanz zwischen Benutzer und Hardware her, verborgen hinter Ästhetisierung und Limitierung der Handlungsmöglichkeiten. Das zweite Paradigma betrifft das (scheinbare) Verschwinden des Interfaces bzw. „die Interfacewerdung von Welt“ (Timo Kaerlein). Unter Bezeichnungen wie Smart Home, Internet of Things, Wearables, Ubiquitous Computing wird das Interface als Schnittstelle selbst verborgen und damit die Interaktion als solche unsichtbar gemacht.