Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Benjamin Renter: "Medientechnische und zeitkritische Aspekte des automatisierten Aktienhandels und speziell des Hochfrequenzhandels bzw. Scalpings" (Master-Arbeit)

Benjamin Renter: "Medientechnische und zeitkritische Aspekte des automatisierten Aktienhandels und speziell des Hochfrequenzhandels bzw. Scalpings" (Master-Arbeit)

  • Wann 15.07.2015 von 16:00 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
  • Termin zum Kalender hinzufügen iCal

„HFT is about putting in orders to try to find out what are the algorithms that are out there and how the market will respond. It has nothing to do with buying and selling stock.” (Eric Hunsader (Nanex) in CNBC, 6. Mai 2013)

 

Im Krieg der Algorithmen an den Börsen schalten sich Hochfrequenzhändler zwischen die Börsenkommunikation der langsameren Großanleger und konkurrieren um winzige Preisunterschiede. Möglich ist das durch die schnelle Datenverarbeitung und die Beschleunigung in der Börsenkommunikation; Glasfaser, Mikrowellen, Kollokation der Server.

Ich möchte versuchen, die medientechnische Struktur des heutigen, fragmentierten US-amerikanischen Aktienmarkts und der elektronischen Handelsplätze darzustellen. Wie funktioniert Front Running? Welche Rolle spielen Dark Pools?

Der Aktienmarkt wird durch Medien abgebildet und die Händler, bzw. deren Handelsprogramme, sehen ihn nicht augenblicklich. Consolidated Tape und SIP, also Börseninformationssysteme, die die meisten Investoren nutzen, sind bis zu 25 ms langsamer als der Direct Market Access der Scalper. In dieser Zeit kann über Glasfaser beispielsweise zweimal die Strecke Chicago - New York zurückgelegt werden (über die Luft mit Mikrowellen sogar dreimal) und Handelscomputer können Entscheidungen schon in 10 µs treffen. Durch die automatisierten Orders dieser Computer werden enorm viele Daten erzeugt. Dadurch werden die Börsennetze überlastet und es kommt vermehrt zu Flash Crashs. Die nachträgliche Analyse dieser blitzartigen Crashs wird immer aufwändiger.

 

Zum Einstieg empfehle ich die Radiosendung von Radiolab http://www.radiolab.org/story/267195-million-dollar-microsecond/

 

... oder die Kurzform von Michael Lewis’ Buch Flash Boys http://www.nytimes.com/2014/04/06/magazine/flash-boys-michael-lewis.html?_r=0