Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Ferdinand Linke: "Informationsflut und seine Auswirkungen auf unser Gedächtnis – Analyse und Strategien für die Bewältigung eines Phänomens in Zeiten der Digitalisierung" (Master-Arbeit)

Ferdinand Linke: "Informationsflut und seine Auswirkungen auf unser Gedächtnis – Analyse und Strategien für die Bewältigung eines Phänomens in Zeiten der Digitalisierung" (Master-Arbeit)

  • Wann 03.12.2014 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
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Zum ersten Mal in der Geschichte sei es leichter, sich zu erinnern als zu vergessen. Mit dieser provokanten Aussage tritt der  Professor Viktor Mayer-Schönberg in seinem Buch „Delete. Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten“ auf.

Seit Anbeginn der Zeit träumt der Mensch davon seinen eigenen Tod durch mediales Speichern zu überwinden. Wird ihm dieser Traum jetzt zum Verhängnis? Mit jedem Medienumbruch haben Apokalyptiker immer wieder vor verheerenden Auswirkungen neuer Medien gewarnt. Doch wieweit sind die Unsicherheiten bezüglich der Speicherung im Netz begründbar? Braucht es ein verordnetes Datenrosten? Macht es für unser Gedächtnis einen Unterschied, dass heute ein Großteil unserer Daten unmittelbar und jederzeit verfügbar sind, dass wir unser mediales Gedächtnis quasi immer bei uns tragen? Wie arbeitet das menschliche Gedächtnis und können wir wirklich lernen zu vergessen ? Macht uns das exponentielle Datenwachstum zu digitalen Messies? Mit diesen und anderen Fragen beschäftige ich mich in meiner Masterarbeit zum Thema Informationsflut. 

Mein vorläufiges Fazit:  Medienumbrüche und daraufhin Medienapokalyptiker gab es immer wieder in der Geschichte. Aus den Lehren der Vergangenheit lassen sich kulturelle und technische Strategien ableiten, wie auch heute mit der Informationsflut umgegangen werden kann. Speziell nach der Zeit Gutenbergs entwickelten sich Informationsmanagmentsysteme die wir bis heute nutzen. In Zeiten der Digitalisierung haben haben sich bereits neue Systeme zur Komplexitätsreduktion entwickelt, wie Search, Maps, und UX. Techniken wie Visual Mapping ermöglichen es komplexe Datensätze aus unterschiedlichen Perspektiven greifbar zu machen. Suchalgorithmen entwickeln sich zu einer neuen Form künstlicher Intelligenz. Neben diesen technischen Mitteln sind jedoch auch weiter Diskurse gefragt, um Aufklärung zu betreiben und neue kulturelle Umgangsformen bezüglich digitaler Medien zu finden.