Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Christoph Borbach: "Operative Echos. Zur (trans)sonischen Bestimmung von Räumen und Objekten (Arbeitstitel)" (Master-Arbeit)

Christoph Borbach: "Operative Echos. Zur (trans)sonischen Bestimmung von Räumen und Objekten (Arbeitstitel)" (Master-Arbeit)

  • Wann 29.10.2014 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC100)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
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Die Methode der Echoortung ist einfach: Die Reflexion eines zuvor ausgesandten Impulses wird wieder empfangen. Mit der Kenntnis von Impulsgeschwindigkeit und zeitkritischer Genauigkeit (Signallaufzeit) können so Räume und die Entfernung von Objekten bestimmt werden. Zur technischen Implementierung der Nymphe Echo sollte es jedoch erst um die Jahrhundertwende 1900 kommen.
 
Nach Aristoteles` grundlegender Erkenntnis des metaxy dauerte es knapp 2000 Jahre, bis Marin Mersenne sowie Ole Rømer erste experimentelle bzw. theoretisch-astronomische Überlegungen über den konkreten Wert von Schall- bzw. Lichtgeschwindigkeit anstellten; und gar bis 1826 bis die Schallgeschwindigkeit im Wassererstmals bestimmt wurde. Auch die Gesetzmäßigkeiten der Reflexion blieben zunächst unberücksichtigt.
 
Radar und Sonar, die beiden ersten wichtigen technischen Implementierungen der Echoortung, entwickelten sich im 20. Jahrhundert zu den kriegsentscheidenden Technologien des II. WKs, deren zivile und militärische Nutzung seitdem fortbesteht. Doch neben ihrem Dasein als "Kriegsprothese" (Virilio) oder "elektronisches Auge" (Kittler) evozieren jene Technologien wiederum neue Technologien und den Umschlagpunkt von Statistik zu Stochastik mit all seinen Konsequenzen.
 
Der Vortrag wird den derzeitigen Stand der Arbeit wiedergeben, die eben jene Stationen untersucht.