Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Nikita Braguinski: "Die Spielkonsole Atari 2600 und das westliche Tonsystem"

  • Was Kolloquium „Medien, die wir meinen“
  • Wann 30.05.2012 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Georgenstraße 47, R. 0.01 (Medientheater)
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Die Spielkonsole Atari 2600 (auch unter dem Namen Atari VCS bekannt) war seit ihrem Verkaufsbeginn in 1977 bis in die 1980-er Jahre weit verbreitet. Das Gerät erschien in einer Millionenauflage und beherrschte in der Zeit seiner Popularität die Wohnzimmerfernseher vieler Familien der industrialisierten Welt.

Die Spielzeit konnte sich bei jedem einzelnen Benutzer dieser Konsole über die Jahre auf unzählige Stunden ansammeln, in denen der Spieler oder die Spielerin nicht nur visuellen, sondern auch akustischen Signalen der Atari 2600 ausgesetzt war. Dabei verfügte die Konsole konstruktionsbedingt über einen Vorrat an Tönen, der einer völlig anderen inneren Logik folgte, als das dem westlichen Hörer allgemein bekannte Tonsystem.

Dieser Tonvorrat, den ich im Vortrag das "Atari-2600-Tonsystem" nennen werde, erlaubte eine nur sehr ungenaue Annäherung an die Stufen des westlichen Tonsystems. Er stellte die Programmierer vor die Wahl, entweder im westlichen System mehr oder weniger schiefe Töne zu produzieren oder aber sich der fremden, im wahrsten Sinne des Wortes unmenschlichen Logik des "Atari-2600-Tonsystems" zu stellen und mit diesem System zu komponieren.

Der Vortrag wird das Funktionsprinzip der Tonerzeugung im TIA-Chip der Konsole beleuchten, das zur Entstehung des "Atari-2600-Tonsystems" führte und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Programmierer im Umgang mit dem Problem der Fremdartigkeit der von der Konsole produzierten Tonstufen anhand von einzelnen Spielen erläutern.