Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Atefeh Kheirabadi: "Zeit-Ton-Bild: Temporalität des Films" (Master-Arbeit)

  • Wann 13.07.2016 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200)
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Wie wird die Zeit im Film vermittelt? Wird sie im Film durch Aneinanderreihung der Bilder linear dargestellt? Um dies zu klären, werde ich mich in der entstehenden Master-Arbeit mit der Bergson´schen Zeitkonzeption Dauer und den Kino-Büchern von Gilles Deleuze auseinandersetzen. Im Laufe der Gegenüberstellungen in meiner Arbeit wird meine Gegenhaltung zur Bergson´schen Kritik an der Kinematographie deutlich, welche er als Verfälschung der Zeitwahrnehmung und der Dauer versteht.

Der Film ist ein audiovisuelles Medium. Wenn man den Film also auf akustischer Ebene betrachtet, dann kann man im Vergleich von der Bergson´schen Dauer und der Melodiewahrnehmungstheorie von Edmund Husserl Parallelen feststellen, welche die Zeitwahrnehmung betreffen. 
Optik und Akustik unterstehen anderen Gesetzen im Hinblick auf ihre zeitkritischen Aspekte. Daher stellt sich die Frage, wie sich Bild und Ton im Film zeitlich zueinander verhalten, wenn Ton und Bild zusammengefügt werden, und eine vereinheitlichende Ordnung nach einer Zeitrechnung abspielen: Synchronisation. 
Das Zusammenspiel von Bild und Ton als zwei Filmkomponenten bildet ein Ganzes, wodurch der Film befähigt wird, die Zeit nicht linear, sondern als temporales Kontinuum darzustellen.