Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Medienwissenschaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft | Medienwissenschaft |  ↳ Medientheorien | Kolloquium | Anastasia-Maria Papaioannou: Eine Medienarchäologie des altgriechischen Theaters

Anastasia-Maria Papaioannou: Eine Medienarchäologie des altgriechischen Theaters

Was
  • Kolloquium „Medien, die wir meinen“
Wann 26.05.2004 von 18:00 bis 20:00 (Europe/Berlin / UTC200) iCal
Wo Sophienstraße 22a, R. 0.01 (Medientheater)
Mehr als bei jeder anderen Gattung der antiken Literatur sind wir zum Verständnis des altgriechischen Theaters auf archäologische Quellen angewiesen. Diese Forschung gründet sich auf die Analyse der Ansicht der Altgriechen für den Theaterraum und auf die Beschreibung ihrer „ Optik „. Wichtige Quellen dafür sind die Texte der Vorsokratischen (Thales, Anaximenes, die Pythagoreer, Empedokles), des Dimokritus, des Epikurus, speziell des Eyklid („Optik“) und Vitruvs. Denn die Erfindung des altgriechischen Theaters war nicht nur die Folge einer ästhetischen Suche, sondern auch die Folge der Entwicklung des griechischen Alphabets und der Wissenschaften und speziell der Mathematikwissenschaft. Deshalb wäre es wichtig die Auslegung drei Grundbegriffe: der Skiagraphie, der Skenografie (Bühnenbild) und des Kreises. Also der Theaterraum wird als ein mathematisch organisierter Raum gesehen, wo eine dynamische Beziehung dialektischer Interaktionen zwischen Sprache, Schrift und Denken stattfand. Aus dieser Perspektive hatte das altgriechische Theater noch eine zweite Dimension. Es war der Ort, wo die kognitiven Praktiken, die den Autoren und Schauspielern der Tragödien vom geschriebenen Text eingeflößt worden waren, auf sozialer Ebene angeeignet und angewendet werden. Der Bühnenraum diente als Modell, einen mentalen Raum im Zuschauer zu bilden; er wird als die erste Veräußerung des mentalen Raumes des Abendlandes bezeichnet. Auf physischer und sensorischer Ebene mussten die Zuschauer lernen, anders zu sehen und hören. Es ist anzunehmen, dass die stundenlange Konzentration des Blickes und des Gehörs auf einen klar umrissenen Bereich, in dem bedeutungstragende Elemente isoliert und Situationen analysiert werden sollten, das Erlernen eines zentralisierten Sehens unterstützte. Also das Theater ist der Ort, an dem man sehen und hören lernt, d.h. dass die theatralische Aufführung die Anzahl der audiovisuellen Werte im Verhältnis zur Gesamtheit aller sinnlichen Interaktionen steigert.