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Humboldt-Universität zu Berlin - Musikwissenschaft

Vortrag von Stephan Mösch

"Was so hoch mich erhebt": Hans Knappertsbusch und die Intention musikalischer Sinnstifung

Hans Knappertsbusch (1888-1965) galt nach dem Zweiten Weltkrieg als Lordsiegelbewahrer musikalischer Wagner-Interpretation, berief sich auf Hans Richter, den Uraufführungsdirigenten des "Ring des Nibelungen" und stand mit seinen musikalischen Deutungen quer zu szenischen Neunansätzen, wie sie etwa von Wieland Wagner angestrebt wurden. Bis heute finden die Aufnahmen des Dirigenten weltweit Beachtung, es erscheinen sogar immer noch Erstveröffentlichungen auf CD. Die jüngere Forschung hat die zwiespältige Rolle des Dirigenten im Dritten Reich beleuchtet und seine Rolle beim "Protest der Richard-Wagner-Stadt München" gegen Thomas Mann. Eine wissenschaftlich fundierte Biographie oder Auswertung seiner Aufnahmen liegt bislang nicht vor. Lässt sich die These von Hans R. Vaget, nach der Knappertsbuschs Wagner-Credo "im Kern ideologisch fundiert" war, auch auf seine musikalische Arbeit übertragen? Was bedeutet das von ihm selbst wie von den Rezipienten immer wieder betonte Traditionsbewusstsein konkret für Knappertsbuschs Interpretationen? Welche Prozesse von Kanonisierung greifen da? Wie spielen Fiktion bzw. Konstruktion einer Traditionslinie und objektiv nachvollziehbare Faktoren zusammen? Der Vortrag geht solchen Fragen nach und wertet dazu Dokumente aus dem Nachlass des Dirigenten aus.

 

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