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Humboldt-Universität zu Berlin - Musikwissenschaft

Vortrag von Dahlia Borsche

Über Grenzen - Geräusch als Gegenstand der Musikwissenschaft
Musikwissenschaftliche Forschung orientierte sich in Anlehnung an den Musikbetrieb lange Zeit an konventionellen Genre- oder Epochengrenzen. In zunehmend ausdifferenzierten und komplexen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts sind diese Einteilungen kaum noch sinnvoll anwendbar – nicht nur die großen Unterscheidungen zwischen Popmusik und Kunstmusik verschwimmen immer mehr, sondern auch einzelne Genres sind kaum noch trennscharf und gewinnbringend zu benennen. 
In meinem Dissertationsprojekt habe ich deshalb einen alternativen Zugang ausprobiert und meiner Forschung die Verwendung geräuschhafter Klänge als Auswahlkriterium zugrunde gelegt. Mit einem Querschnitt durch das Berliner Konzertleben im Jahr 2012 ist so ein Vergleich ganz unterschiedlicher Musikpraktiken entstanden, der Rückschlüsse über zeitgenössische Musikproduktion jenseits von (meist ideologisch vorbelasteten, zumindest aber wenig aussagekräftig gewordenen) herkömmlichen Kategorien ermöglicht.
In der letzten Sitzung unserer internen Vortragsreihe möchte ich nicht nur einige Ergebnisse meiner Doktorarbeit vorstellen. Sondern ich möchte darauf aufbauend und in Rückschau auf das Semester über Grenzen als Blockaden, aber auch als Chance sowie über mögliche Brücken nachdenken und diskutieren – Grenzen zwischen Musik und Geräusch, zwischen Pop und Kunst und zwischen verschiedenen Subdisziplinen und Methoden der Musikwissenschaft. 

 

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